AG Lebensstil/ Solidarität - zurück zu den Kernanliegen

STADTZEITUNG ZUKUNFT TÜBINGEN

Projekt Stadtzeitung der AG Lebensstil und Solidarität
Aktuell: Die Stadtzeitung ist ins BüroAktiv, Bei der Fruchtschranne 6, umgezogen.


Vom 9. Juli bis 25. September 2020 an den Türen des ehemaligen Kino Löwen und jetzigen Theaters in der Kornhausstraße in Tübingen, in Zusammenarbeit mit dem ITZ (Institut für Theatrale Zukunftsforschung am Zimmertheater Tübingen), als analoges Forum für alle Vorübergehenden. Es wurden insgesamt an die 200 Beiträge in Form beschrifteter Sprechblasen veröffentlicht.

Die „Wochenmottos“ und welche Aussagen dazu getroffen wurden:

„Erfahrungen aus der Corona-Zeit für eine gewandelte Zukunft“

Hier wurde häufig auf die Entschleunigung Bezug genommen, durch die Kreativität, Erholung und Zeit für Familie erlebbar wurden. Gleichzeitig kamen grundsätzliche Überlegungen, die unsere Wirtschaftsweise, die motorisierte Mobilität und den Naturverbrauch in Frage stellen. Auch der Eindruck, dass viel mehr möglich ist, als wir bisher dachten.

„Füllen Sie unsere Sprechblase!“

Grundsätzliche Überlegungen wie Solidarität, Utopie, Abschied vom Auto, Gesundheitsvorsorge, Kapitalismuskritik und Menschenfreundlichkeit tauchten hier vor allem auf. Ebenso Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Angst und Einschüchterung beim Anstreben dieser Werte. Und die Freude darüber, dass wir jetzt erfahren konnten, dass Alles auch ganz anders sein kann.

„Was lernen wir aus der Coronakrise für die Klimakrise?“

Neben wenigen pessimistischen Voraussagen überwog die Zuversicht, dass die Coronakrise als Vorbild für die Klimakrise dienen könnte – Solidarität und der feste Wille ermögliche die Bewältigung unter dem Vorzeichen von Nachhaltigkeit und menschlichen Werten.

„Was gibt mir Mut für die Zukunft?“

Liebe, menschliche Wärme, solidarisches Handeln, andere Perspektiven einnehmen, Vertrauen in die Kraft des Lebens, Glück empfinden trotz Einschränkungen – dies waren hier die vorherrschenden Eindrücke. Daneben der Vorsatz sich weiterhin für gesellschaftliche Verbesserungen einzusetzen.

„ Was werde ich in Zukunft anders machen?“

Von „nix“ über „mehr Pausen machen“ bis zur Überwindung von Patriarchat und Kapitalismus war hier alles vertreten. Eine Sechsjährige bekennt sich in Bildern zu einer möglichst vegetarischen Ernährung!

„Was brauchen wir zum Leben nicht?“

Die am häufigsten genannten Dinge waren Autos und Flugzeuge. Aber auch Shopping Outlets, Heizpilze und die Rüstung wurden aufgezählt, sowie Begriffe wie Leistungsdruck und Hierarchien.

„Wie geht ökologischer Umbau statt grenzenlosem Wachstum?“

Die Betonung lag hier auf der Respektierung der natürlichen Grenzen des Planeten, die völlig neue, zukunftsfähige Konzepte verlange, in denen Gier und Geiz keinen Platz mehr haben. Außerdem wurde die Idee geäußert, dass man die Superreichen für den Umbau gewinnen müsse. An die Stelle kontraproduktiver Verzichtsdebatten sollten die Vorteile von Klimaschutz kommuniziert werden.

„Alles muss anders werden. WIE?“

Dazu kamen eher wenige Beiträge. Selber denken, Gerechtigkeit und Wertschätzung wurden u. a. aufgeführt und der Aufruf sich an Gesprächen mit Unternehmern zu beteiligen.

„Auf zu einer anderen Normalität“

Die getroffenen Aussagen klingen eher zuversichtlich: dass mit Gerechtigkeit, Empathie und dem Willen zur Veränderung gemeinsam ein Weg gefunden werden könne, der das gute Leben für alle Menschen ermöglicht und dabei die Erde schont. Auch Einkommensgleichheit, öffentliche Gesundheitsversorgung, Vergesellschaftung und Demokratisierung wurden gefordert. Außerdem tauchten hier Problembereiche wie Krieg, Flüchtlingselend, die Mobilfunkbelastung oder der Zuckerkonsum auf, aber ebenso generelle Lösungsvorschläge wie die Gemeinwohlökonomie, Gradido oder die Soziale Dreigliederung. Und nicht zuletzt kamen Werte wie „innere Fülle“ und „glückliche Genügsamkeit“.

“Wie können wir gemeinsam wirksamer sein?“

Die wenigen Beiträge eröffnen schlagwortartig ein weites Handlungsfeld:  Kulturinitiativen, Streiks, Bürgerversammlungen und Vernetzung aller Zukunftsinitiativen wurden genannt.

Neben den Sprechblasen, die auf die Wochenmottos Bezug nahmen, wurden auch einige Flugblätter, Texte und Zeitungsausschnitte aufgehängt. Jemand aus Berlin hinterließ einen Brief, der die Tübinger zu mehr Sauberkeit in ihrer Stadt aufruft. Und immer wieder kam es zu einer Konversation zwischen Unbekannten, wenn Kommentare auf den Sprechblasen hinterlassen wurden. Aber alle hielten sich zumindest einigermaßen an die Bitte freundlich zu schreiben.