Was soll bleiben? Was muss werden?
oder: Welche Normalität wollen wir?

Wir sammeln Utopien für morgen
(beziehungsweise die Zeit nach „Covid 19“)

Durch die notwendigen Einschränkungen zur Verlangsamung der Covid19-Ausbreitung sind auch die Aktivitäten im Bürgerprojekt Zukunft Tübingen gerade ausgebremst. Die bereits geplanten Veranstaltungen müssen abgesagt werden, die regelmäßigen öffentlichen Treffen der Gruppen finden bis auf Weiteres nicht statt. Statt dessen gaben die Beschränkungen vielen Menschen

  • Zeit, die Entschleunigung zu genießen und den eigenen Tagesrhythmus zu finden,
  • Zeit, sich der Abhängigkeit von den Menschen bewusst zu werden, deren Tätigkeit wir bis jetzt als selbstverständlich wahrgenommen haben,
  • Zeit, all die Dinge zu tun, die sonst immer liegen bleiben,
  • Zeit, festzustellen, dass der Himmel ohne die vielen Flugzeuge viel blauer ist und die Sterne nachts viel intensiver funkeln,
  • Zeit, die Veränderungen in der Natur durch den Frühling bewusst zu erleben,
aber auch
  • Zeit, beim Einkaufen über den wirklich notwendigen Bedarf nachzudenken,
  • Zeit, sich mit den Chancen und Fallstricken der digitalen Kommunikation und Information vertraut zu machen,
  • Zeit, über Alternativen zu den globalen Abhängigkeiten im Warenverkehr nachzudenken,
  • Zeit, neue Prioritäten der Beschäftigung und der Produktion zu denken,
  • Zeit, Ideen zu entwickeln, wie die positiven Auswirkungen aus dem Krisenmodus in den „Normalzustand“ hinüber gerettet werden können und welche Wege dafür beschritten werden können oder müssen.
Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen müssen wir fragen, welchen „Normalzustand“ wir eigentlich auf Dauer haben wollen oder auch angesichts der Klimakrise haben können Wir möchten mit einer öffentlichen Sammlung von Utopien und Ideen zusammentragen, wie neues Denken und anderes Handeln mit der Rückkehr aus dem Krisenmodus machbar wird. Wir bitten daher alle Bürgerinnen und Bürger: schicken Sie uns Ihre Gedanken und Vorschläge an
koordination@buergerprojekt-tuebingen.de,
damit wir mit Ihnen zusammen Utopien, Wünsche und Vorschläge aus der Tagesaktualität eines Leserbriefs zu einem längerfristig wirksamen Veränderungsanstoß werden lassen. Ihre Ideen wollen wir deshalb auch, wenn es wieder möglich wird, in einer öffentlichen Veranstaltung diskutieren.

Am 5.April wurde in der SWR 2 Aula der Beitrag „Eine Gesellschaft verändert sich – Was wir aus der Corona-Pandemie lernen können“ gesendet. Wer Lust und eine halbe Stunde Zeit hat, kann sie - auch zum Thema notwendiger Utopien - hier nachhören.

Solarthermie- Freiflächenanlage Au-West:

Derzeit steht in der Diskussion, dass die Stadtwerke - als Baustein des Klimaschutzprogramms der Stadt - auf dem Gelände Au-West eine Freiflächenanlage für Solarthermie aufstellen wollen. Hierüber hatten wir ein Gespräch mit OB Palmer, der Ortsbeirat Südstadt und der Klimaschutzausschuss haben mit unterschiedlichem Ergebnis datüber beraten. Das Tagblatt berichtete. Die Aussagen von OB Plamer im Klimaschutzausschuss möchten wir in unserem offenen Brief korrigieren und erläutern.

Ausschreibung einer Masterarbeit an der Universität Tübingen

Prof. Dr. Thomas Scholten vom Forschungsbereich Bodenkunde und Geomorphologie schreibt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Gewerbe eine Masterarbeit zum Thema "Planetare Grenzen auf regionaler Ebene" aus.
Das Konzept der Planetaren Grenzen will zeigen, in wie weit wir mit unserem Wirtschaften die Grenzen der Tragfähigkeit der Erde überschritten haben, bzw. ob es noch Spielraum für weiteres Wachstum gibt. Diese Grenzen sind derzeit aber für die regionale oder kommunale Planung nicht fassbar und können daher auch nicht als Planungsgrundlage dienen.
Die Masterarbeit soll eine mögliche Herangehensweise ermitteln, ob und wie die Planetaren Grenzen auf regionaler Ebene ermittelt und damit zu einem Planungsinstrument für Kommunen und Betriebe werden können.

Bericht von der Veranstaltung mit Prof Willfried Nobel und Eckart Wizemann:

Am 29. November fand der Vortrag mit Diskussion zum Thema "Böden besser schützen - weniger Flächen verbrauchen" mit Prof. Willfried Nobel und Biolandwirt Eckart Wizemann statt.

Der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg ist hoch - zu hoch. Die Siedlungsentwicklung berücksichtigt zu wenig die natürlichen Grundlagen (bis Grenzen) - insbesondere die hohe Qualität der Agrarböden.

Prof. Willfried Nobel zeigte, dass auch in Tübingen viele Bauvorhaben auf Böden der "Vorrangstufe I" geplant sind - den Böden mit der höchsten landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (siehe die Vortragsfolien). Über diese Böden heißt es in der Flurbilanz der Landwirtschaftsverwaltung:

"Umwidmungen, z. B. als Bauland, Verkehrsflächen, naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen u. a. m., müssen ausgeschlossen bleiben".
Allerdings ist dies keine rechtlich wirksame Vorgabe!

Willfied Nobel zeigte auch, dass die Umnutzungen durch Bautätigkeit gerade auch im Landkreis Tübingen und auf Tübinger Markung speziell zu Lasten der landwirtschaftlichen Flächen gehen. Wir verlieren damit immer mehr unserer Lebensgrundlagen, sowohl, was die Ernährung anbetrifft, als auch bezüglich der ökologischen Leistungen. Insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe ist dies ein Problem, da sie unterhalb einer bestimmten Flächengröße nicht mehr wirtschaftlich sind. Eine Aufgabe kleinerer Betriebe jedoch führt, wie Eckart Wizemann anschaulich darstellte, zu weiterer Konzentration und damit zur Intensivierung der Bewirtschaftung mit allen negativen Folgen für die Biodiversität.

Damit stellt sich die Frage, in wie weit es noch verantwortbar ist, Böden weiterhin "umzuwidmen" und sie so ihrer Funktion als Produktionsfläche und Lebensraum zu berauben.

Lesen Sie hier mehr!

Bericht vom Diskurs mit OB Palmer

Über 100 Interessierte aller Alterstruppen kamen zu unserer Veranstaltung mit OB Boris Palmer über seine "10 Punkte für ein Klimaneutrales Tübingen 2030".
Im Gegensatz zu OB Palmer, für den sich "Klimaneutralität" in der Umstellung der Tübinger Energieversorgung und Mobilität auf erneuerbare Energien erschöpft, wollen wir im Bürgerprojekt auch den privaten Konsumvon Gütern, die von ausserhalb Tübingens stammen, private Gebäudeheizung mit "importierten" Energieträgern, Stromverbrauch für Cloudcomputing etc. berücksichtigt wissen. Hierzu ist ein ganzheitlicher perspekltivischer Ansatz notwendig, der auch die fundamentalen Lebensgrundlagen wie Wasser und Boden einbezieht.

Lesen sie hier unser Berichtsprotokoll von der Veranstaltung

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