Wie wollen wir in Zukunft leben?

Unter diesem Titel bietet das LebensPhasenHaus immer am ersten Freitag des Monats ab 17 Uhr Vorträge und Veranstaltungen an.

In 2022 richten wir zusammen mit Barbara Kley vom Stadtseniorenrat im LebenPhasenHaus den Blick auf das Werden und Vergehen in den verschiedensten Zusammenhängen.

Am 2. Dezember um 17 Uhr spricht Peter Wilke über das Thema
"Neues Leben aus vergangenen gewerblichen Konzepten, Strukturwandel und Stadtentwicklung".
Peter Wilke befasst sich im Amt für Wirtschaft und Immobilien der Stadt Reutlingen unter anderem mit der Neukonzeption und Umgestaltung von Arealen abgegangener Gewerbebetriebe.
Industrie und Gewerbe siedelte sich in früheren Zeiten oft direkt in der Stadt an. Durch Strukturwandel entstanden oftmals gewerbliche Brachflächen. An den Beispielen Umwandlung einer innerstädtischen Logistikfläche in einen Industriepark der Zukunft, Umwandlung einer ehem. Textilfabrik zu einem gemischten Quartier und Reaktivierung eines alten Güterverkehrsareals zu einer intermodalen Logistikanlage zeigt er auf, welche interessanten Entwicklungspotenziale innerstädtische Gewerbebrachen haben.

Die Veranstaltung findet in Präsenz im Lebensphasenhaus statt. Eine Online-Übertragung ist nicht vorgesehen.

Anfahrt zum LebensPhasenHaus mit Buslinien 5 und 13 bis Haltestelle "Auf der Morgenstelle", Fußweg 5´ Richtung Hofgut Rosenau.

Am 4, November um 17 Uhr sprach Johannes Dürr, Pfarrer i.R. über das Thema
"Der Tod als Grenze – Zeit und Ewigkeit aus der Sicht der Weltreligionen"
In Teilen der Gesellschaft hat sich die Vorstellung entwickelt, dass alles immer weiter wachsen könne und im Prinzip alles machbar sei – bis hin zur Überwindung der Vergänglichkeit des Menschen. Dem gegenüber unterscheiden die Weltreligionen eine begrenzte Lebenszeit von einer Ewigkeit, die nach dem fragt, was bleibt, ausgehend von der Überzeugung, dass die Liebe größer ist als der Tod.
Es wird deutlich, dass es uns aus unserer geistigen Disposition unmöglich ist, uns vorzustellen, dass etwas nicht ist. Daher setzen sich die Menschen seit alter Zeit mit dem Tod als Grenze und dem, was sie hoffen, komme danach, auseinander . Johannes Dürr erklärte die Gedanken und Konzepte verschiedener Kulturen und Religionen und ihre Einbettung in die Zeiten.
Hier können Sie die Gliederung und Kernpunkte seines Vortrags herunter laden.

Am 7.10. , 17 Uhr fand der Vortrag von Dr. Uta Müller vom IZEW unter dem Titel "Wollen wir ewig leben? Ethische Fragen an die biologische Alternsforschung"statt. In diesem Vortrag beschäftigte sie sich mit den Perspektiven der Biogerontologie: Die Möglichkeit, dass wir mit Hilfe der biologischen Alternsforschung unsere gesunde Lebensspanne und auch unser Leben insgesamt verlängern können, wirft grundsätzliche Fragen auf: Wollen wir das überhaupt? Wenn ja, aus welchen Gründen? Was verstehen wir unter "gutem Altern"? Und wie hängt unsere Vorstellung von "gutem Altern" mit unserer Vorstellung zusammen, was insgesamt ein gutes Leben ausmacht?

Demnächst steht der Vortrag auch als Video zur Verfügung.

Am Freitag, den 02. September um 17.00 Uhr sprach Oliver Radtke zum Thema: "Das Unglück ist´s worauf unser Glück beruht.
Eine chinesische Perspektive auf unsere Welt im Wandel."
Unsere Welt scheint sich immer schneller zu verändern – Klimawandel, Pandemien, Kriege. Wie blicken eigentlich die Menschen in China auf all diese Veränderungen?

Oliver Radtke kennt das Land seit über 20 Jahren und arbeitet als Stiftungsmanager, Autor und zivilgesellschaftlicher Vermittler mit chinesischen Ministern, Managerinnen und Meinungsmachern zusammen. Sein Vortrag gewährt Einblicke in ein aktuell abgeschottetes Land und die Gedankenwelt seiner Menschen, die vor allem eines wollen: ein glückliches Leben führen.
Oliver Radtke ist Sinologe, Gastprofessor an der Shenzhen Technical University (SZTU) und Generalsekretär des Deutsch-Chinesischen Dialogforums.

Kostenlose Teilnahme ist möglich über den entsprechenden Link auf der Internetseite des LebensPhasenHauses

Die Veranstaltung am Freitag, den 5. August 2022 um 17 Uhr unter dem Titel "Der Garten wächst nicht mit – Die Vitalität der Pflanzen in einem begrenzen Raum" mit Brigitte Fiebig vom Botanischen Garten Tübingen musste mangels Beteiligung leider ausfallen. Sie wird zu einem späteren Termin (möglicherweise nicht an einem ersten Freitag im Monat) nachgeholt. Die Veranstaltung wird über die Internet-Seiten des Bürgerprojekts, des LebensPhasenHauses und in der Tagespresse angekündigt.

Am Freitag, den 03. Juni um 17.00 Uhr hat Ingrid Suprayan unter dem Titel "Alterndes Geld" alte und aktuelle Wege zur seiner Vergänglichkeit näher betrachtet.

Ingrid Suprayan beschäftigt sich seit ca. 30 Jahren mit dieser Thematik.

Waren verursachen Lagerkosten, verderben oder kommen aus der Mode. Wer die eigene Arbeitsleistung zurückhält, muss gegebenenfalls verhungern. Nur beim Geld erwarten wir, dass es möglichst gespart und dabei sogar noch mehr werden soll! Auch wenn derzeit die Guthabenzinsen gegen oder unter Null gehen, verursacht diese Gewohnheit jede Menge Probleme. Eine unermessliches Finanzkapital steht neben knappster Realwirtschaft, unermesslicher Reichtum neben bitterster Armut. Seit dem Altertum wurden jedoch immer wieder Wege gefunden, dem Geld eine Vergänglichkeit zu geben und dadurch mehr Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Vom Wachsen und Vergehen“, die Stadtseniorenrat und das Bürgerprojekt Zukunft Tübingen zusammen mit dem LebensPhasenHaus organisieren.

Die Veranstaltung wird wie bisher über BigBlueButton und YouTube live übertragen. Einwahlmöglichkeiten unter https://lebensphasenhaus.de/de/angebot/events

Am 06.05. hat Ulrich Hufnagel, Hospizleiter i. R., Studium der Religionswissenschaft und Indologie (M.A.)unter dem Titel "vom Werden und Vergehen – zur kulturellen Bedeutung der Hospizbewegung" die Entstehung und Entwicklung der Hospizbewegung als Gegenbewegung zum Umgang mit Altern, Krankheit, Sterben und Tod in den modernen Leistungsgesellschaften skizziert und nach ihren Beitrag zu den gegenwärtigen Vorstellungen über das Lebensende und die Gestaltung des Sterbens beleuchtet. Er stellte in der Gesellschaft eine zumiundest institutionelle Enttabuisierung des Todes in den letzten jahren fest. Duchch die Hospizbewegung wurde ins Bewußtsein gerückt, dass die Zeit vor dem sterben und das Sterben selbst nicht an den Rand der Gesellschasft gedrängt werden darf. Zudem wurde dadurch auch offensichtlich, dass gerade Alleinstehende eine zugewandte Begleitung dieser letzten Phase des lebens benötigen. Die Hospizbewegung hat hierfür entscheidende, auch pralktische Impulse gegeben.

Am 01.04. hat Prof. Dr. Batian Kaiser von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg einige Hinweise, Erklärungen und Überlegungen dargelegt, ob und wie der Wald als Kreislaufmodell betrachtet werden kann:
Der Wald steht und fällt (buchstäblich) mit seinen Bäumen. Er ist ein Ort des ständigen – und oft gleichzeitigen – Sterbens und Entstehens neuen Lebens. Was uns für einzelne Bäume klar und selbstverständlich ist, nehmen wir für den Wald als Lebensraum nur sehr selten bewusst wahr.

Warum ist das so? Wie hängt Leben und Sterben in den Wäldern zusammen? Können und sollten wir Einfluss darauf nehmen? An den Wald, in Deutschland fast immer ein Kulturgebilde, werden inzwischen vielerlei Ansprüche gestellt: Holzlieferant, Freizeit- und Erholungsgelände, Grundwasserschützer, CO2-Speicher, Revier für die Biodiversität - all dies soll der Wald, oft gleichzeitig auf gleicher Fläche leisten. Wie alles in der kultivierten Landschaft, ist dies nur möglich, wenn auch von den Menschen eingegriffen wird. So sind auch hier Werden und Vergehen programmiert, wie übrigens auch in einem "Urwald", weil auch da die "Bäume nicht in den Himmel wachsen". So unterliegt der Wald auch bei uns einer ständigen dynamischen Veränderung, die über die Jahrtausende und Jahrhunderte große Veränderungen hervor gebracht haben.

Am 4.3. erläuterte Prof. Albrecht Müller (ehemals HfWU Nürtingen), wie der amerikanische Landschaftsmaler Thomas Cole dasa Werden und Vergehen von Städten und Natur in einem Bilderzyklus dargestellt hat. Er zeigt einen Zyklus von der "unberührten" Natur mit den Menschen in einem romatischen Urzustand über einen "ländlich-sittlichen" Zustand und eine prunkvolle Hochkultur zum Zerfall und zur Rückkehr der Natur in die Trümmer. Lässt sich dies in Beziehung setzen zu wachsenden und schrumpfenden Städten in Deutschland und auch zu Tübingen? Sollen wir stabile Städte anstreben? Durch eine solidarische Verteilung der Entwicklung könnte das Aufblähen von Städten gemildert und der Niedergang in anderen Regionen zum Positiven gewendet werden.

Der ursprünglich im Programm für diesen Termin angekündigte Vortrag von Peter Wilke wird am 2. Dezember nachgeholt.

Mit einem musikalisch-literarischen Auftakt begann die Reihe:
"Jede Blüte will zur Frucht, jeder Morgen will zum Abend".
Unter diesem Titel näherten sich Gertud Scheuberth und Uwe Liebe-Harkort am Freitag, den 4. Februar dem Thema mit literarischen Texten und Gedichten.
Die Veranstaltungsreihe „Treffpunkt: LebensPhasenHaus – Wie wollen wir in Zukunft leben?“ organisieren der Stadtseniorenrat Tübingen dieses Jahr mit dem Bürgerprojekt Zukunft Tübingen in Kooperation mit dem Team LebensPhasenHaus an der Universität Tübingen und mit Unterstützung der Universität und der Stadtwerke Tübingen.
Hier finden Sie das gesamte Programm


Die Aktiven im Bürgerprojekt laden ein zum Austausch und gemeinsamen Nachdenken über die Fragen:

Wo sind für Tübingen die „Grenzen des Wachstums“?
Was erwarten wir nach der OB-Wahl in Tübingen im Oktober 2022?

am Donnerstag, den 14. Juli um 19.00 Uhr in der Hirsch-Begegnungsstätte, Hirschgasse 9, Cafeteria
  • Wir blicken kritisch zurück auf 4 Jahre Bürgerprojekt Zukunft Tübingen,
  • wir sammeln Ideen, wie sich die Bürgerinnen und Bürger an der Zukunftsplanung für Tübingen beteiligen können,
  • wir wollen die nächsten Schritte konkret planen

Unsere "Generationengespräche" zum Thema "Zurück in die Zukunft?", eine Veranstaltungsreihe mit dem und im Weltethos-Institut:

Am 23. Februar 2022 fand unser Generationengespräch zum Thema Wohnen statt
Im Weltethos-Institut unterhielten sich Lisa Glandien, Sozialpädagogin,Irmgard Rösler, Krankenschwester und Sylvia Haden, Rentnerin, moderiert von Sybille Hartmann, über ihre Wohn-Erfahrungen vor und während der Lockdowns.

In seiner Begrüßung stellte Christopher Gohl vom Weltethos-Institut die Veranstaltungsreihe in den größeren Zusammenhang der Arbeit des Weltethos-Instituts.

Zum Einstieg ins Gespräch beschrieb Sybille Hartmann dei Flächenkonkurrenz zwischen Wohnungsbau, Biodiversität, Landwirtschaft und Erholung.

Ein bestimmender Faktor in dieser Konkurrenz ist die immer weiter steigende durchschnittliche Wohnfläche pro Person. Waren es in Deutschland im Jahr 1965 noch 22,3 qm/Person, so waren es 2015 bereits 47 qm/Person. Und alle Prognosen sagen eine weitere Steigerung voraus. Ursache für die Steigerung ist zum einen der Wunsch nach Wohnen im Eigenheim – im ländlichen Raum liegt die Wohnfläche pro Person bereits bei 50 qm. Zum anderen ist es aber auch die wachsende Zahl der 1-Personen-Haushalte.
So liegt in Hamburg der Anteil der 1-Personen-Haushalte bereits bei 54%. Auch in Tübingen ist die Zahl der die 1-Personen-Haushalte in den letzten Jahren am stärksten gewachsen (Wohnraumbericht).
Legt man die 47 qm Wohnfläche pro Person als angemessen zu Grunde, wäre ohne weiteren Neubau das Hamburger Wohnungsproblem gelöst, wenn sich alle Singles zu Wohngemeinschaften zusammentun und sich zumindest Bad und Küche teilen.

Sylvia Haden und Lisa Glandien, beide Singles, berichteten als Teilnehmerinnen aus der älteren und jüngeren Generation von ihren Erfahrungen vom Leben und Wohnen in Wohngemeinschaften. Irmgard Rösler hatte das Glück, vor einigen Jahren ein kleines Reihenhaus in Tübingen erwerben zu können. Sie genießt mit ihrer Familie, und in der Zeit der Pandemie besonders, dass dazu ein kleiner Hausgarten gehört.

Interessanter gemeinsamer Kernpunkt im Gespräch war, dass offenbar ein gutes Leben und Wohnen auch und gerade auf kleiner Fläche möglich ist.

Zu den ethischen Fragen, die hinter diesen praktischen Überlegungen und Erfahrungen stehen, gab die Umweltethikerin Uta Eser einen fundierten Einblick und eine kleine Anleitung zur gelingenden Kommunikation.

Die Veranstaltung wird zum Nach-Sehen und -Hören weiterhin auf YouTube bereit gestellt

In unserem erstes Generationengespräch am 17. November 2021 unterhielten sich, von Bernd Villhauer moderiert, der Schüler Emil Gramm, die Geschäftsfrau Barbara Rongen und die Rentnerin und Bewohnerin des Nonnenmacherhauses, Bärbel Ziwich über das "Essen" und alles, was dazu gehört.

Sie berichteten von ihren Erfahrungen vor und während der Corona-Lockdowns und haben überlegt, was die Zukunft bringen soll. Die Umweltethikerin Dr. Uta Eser stellte diese Wünsche an die Zukunft in den Zusammenhang mit den Nachhaltigkeits-Zielen der UN.

Hier finden Sie das Video zum Generationengespräch "Essen".

In der Zeit der Pandemie wird einerseits immer stärker der Wunsch nach "Rückkehr zur Normalität" laut. Andererseits gibt es viele Stimmen, die angesichts von Klimakrise und Artenschwund ein Umdenken, eine "Neue Normalität" fordern.

Am Mittwoch, den 20 Oktober um 19.00 Uhr fand die Auftaktveranstaltung statt, in der wir die Konzeption vorgestellt und bei Interessierten für eine Teilnahme geworben haben. Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltung.
In der Auftaktveranstaltung haben wir uns auch Rückmeldungen und Ideen von den BesucherInnnen geholt, und gezeigt, welche Ideen schon im Zuge einer Aktion der Arbreitsgruppe Lebensstil und Solidarität des Bürgerprojekts gesammelt wurden.

Hier gibt es das Video zur Auftaktveranstaltung, bei der Prof. Thomas Potthast vom Zentrum für Ethik in den Wissneschaften einen spannenden und unterhaltsamen Vortrag über den facettenreichen Begriff des "Normalen" hielt.

Das haben wir mit den Generationengesprächen vor: Gemeinsam mit dem Weltethos-Institut wollen wir ermöglichen, dass durch den Austausch über die jeweiligen eigenen Normalitätserfahrungen und Zukunftswünsche von drei Altersgruppen in den "Generationengesprächen" neue Sichtweisen und Bilder entstehen, die – ausgehend von der Tragfähigkeit der Erde und den Notwendigkeiten globaler Gerechtigkeit - neue Ansätze einer gemeinsamen Zukunftsdiskussion bieten.
An Hand konkreter Themenfelder (Ernährung und ihre Produktionsgrundlagen, Mobilität, Bauen und Wohnen, Handel und Konsum, Arbeit und Freizeit) können die Teilnehmenden miteinander diskutieren, wie ein "neues Normal" im Spannungsfeld zwischen mehr technischen Lösungen und mehr Zurückhaltung in der Lebensweise aussehen könnte, um mit den Herausforderungen der multiplen Krise (Klima, Biodiversität, soziale Spaltung) fertig zu werden.

So soll es gehen: Wir stellen uns vor, dass jeweils drei "interessierte Bürgerinnen und Bürger" aus verschiedenen Lebensaltern und Lebenssituationen sich in einem moderierten Gespräch über ihre Erfahrungen und Zukunftsentwürfe austauschen:

  • wie haben sie die Zeit vor und während der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie erlebt?
  • Wie wünschen sie sich ihre zukünftige Normalität im jeweils zur Debatte stehenden Themenfeld?

Nach einem fachlichen Input (Welche Probleme sind zu lösen, wo liegen die Grenzen unseres Planeten, welchen Komfort können wir uns gerechterweise leisten?) ist dann Gelegenheit, die verschiedenen Wünsche und Lösungsansätze vor dem Hintergrund der eigenen persönlichen Situation zu diskutieren und mögliche tragfähige Perspektiven zu entwickeln.


Unser offener Brief an OB Palmer

Eine Antwort des Bürgerprojekts Zukunft Tübingen auf seinen Offenen Brief an die Bürgerschaft Tübingens im Schwäbischen Tagblatt zum Ausgang des Bürgerentscheids zur Innnenstadtstrecke der Regionalstadtbahn.

In diesem schreibt er:
"Ich will besser verstehen, was Ihre Erwartungen sind und worin Ihre Kritik besteht, um künftige Weichenstellungen besser vorbereiten zu können. Dafür ist Ihre Hilfe unerlässlich."

Wir im "Bürgerprojekts Zukunft Tübingen - neu denken, anders handeln" sind der Meinung, dass es bei der Ablehnung der Innenstadtstrecke um mehr als nur um die Lösung der Verkehrsprobleme ging. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger (nicht nur) aus den beiden Initiativen Sarchhalde und Aubrunnen sahen schon 2017 die Notwendigkeit, den Umgang mit der begrenzten Fläche und der weit verbreiteten Forderung nach (unbegrenztem) Wachstum (Bevölkerung, Infrastruktur, Verkehr, Wirtschaft, etc.) zu hinterfragen und kritisch zu diskutieren.

Wir sind daher der Meinung, dass nun - in der gewonnenen Zeit nach dem Bürgerentscheid - verstärkt eine breite vorbereitende Diskussion über die Ausrichtung der Stadtentwicklung geführt und in der Folge eine Fortschreibung der Leitlinien für die Stadtentwicklungsplanung durchgeführt werden sollte. Dass dabei auch eine grundlegende Umorientierung hin zu einer Suffizienzpolitik im Hinblick auf Klima- und Ressourcenschutz sowie Artensterben möglich sein muss, halten wir für dringend geboten.
Lesen Sie hier den ganzen Brief des Bürgerprojekts Zukunft Tübingen an OB Palmer,

hier seine Antwort an uns,

unsere Einwände

und seine Antwort hierzu

Was soll bleiben? Was muss werden?
oder: Welche Normalität wollen wir?

Wir sammeln Utopien für morgen
(beziehungsweise die Zeit nach „Covid 19“)

Durch die notwendigen Einschränkungen zur Verlangsamung der Covid19-Ausbreitung sind auch die Aktivitäten im Bürgerprojekt Zukunft Tübingen gerade ausgebremst. Die bereits geplanten Veranstaltungen müssen abgesagt werden, die regelmäßigen öffentlichen Treffen der Gruppen finden bis auf Weiteres nicht statt. Statt dessen gaben die Beschränkungen vielen Menschen

  • Zeit, die Entschleunigung zu genießen und den eigenen Tagesrhythmus zu finden,
  • Zeit, sich der Abhängigkeit von den Menschen bewusst zu werden, deren Tätigkeit wir bis jetzt als selbstverständlich wahrgenommen haben,
  • Zeit, all die Dinge zu tun, die sonst immer liegen bleiben,
  • Zeit, festzustellen, dass der Himmel ohne die vielen Flugzeuge viel blauer ist und die Sterne nachts viel intensiver funkeln,
  • Zeit, die Veränderungen in der Natur durch den Frühling bewusst zu erleben,
aber auch
  • Zeit, beim Einkaufen über den wirklich notwendigen Bedarf nachzudenken,
  • Zeit, sich mit den Chancen und Fallstricken der digitalen Kommunikation und Information vertraut zu machen,
  • Zeit, über Alternativen zu den globalen Abhängigkeiten im Warenverkehr nachzudenken,
  • Zeit, neue Prioritäten der Beschäftigung und der Produktion zu denken,
  • Zeit, Ideen zu entwickeln, wie die positiven Auswirkungen aus dem Krisenmodus in den „Normalzustand“ hinüber gerettet werden können und welche Wege dafür beschritten werden können oder müssen.
Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen müssen wir fragen, welchen „Normalzustand“ wir eigentlich auf Dauer haben wollen oder auch angesichts der Klimakrise haben können.
Wir möchten mit einer öffentlichen Sammlung von Utopien und Ideen zusammentragen, wie neues Denken und anderes Handeln mit der Rückkehr aus dem Krisenmodus machbar wird. Wir bitten daher alle Bürgerinnen und Bürger: schicken Sie uns Ihre Gedanken und Vorschläge an
koordination@buergerprojekt-tuebingen.de,
damit wir mit Ihnen zusammen Utopien, Wünsche und Vorschläge aus der Tagesaktualität eines Leserbriefs zu einem längerfristig wirksamen Veränderungsanstoß werden lassen. Ihre Ideen wollen wir deshalb auch, wenn es wieder möglich wird, in einer öffentlichen Veranstaltung diskutieren.

Am 5.April wurde in der SWR 2 Aula der Beitrag „Eine Gesellschaft verändert sich – Was wir aus der Corona-Pandemie lernen können“ gesendet. Wer Lust und eine halbe Stunde Zeit hat, kann sie - auch zum Thema notwendiger Utopien - hier nachhören.

Ist die Ernährung der Weltbevölkerung mit Bio-Landwirtschaft möglich?

Vorschläge, die Landwirtschaft komplett auf "Bio" umzustellen werden oft als unrealistisch und rückwärtsgewandt abgetan.
In der Zeitschrift nature communications hat sich eine Schweizer Autorengruppe mit der Frage auseinander gesetzt, wie eine nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung auf der Grundlage biologischer Landwirtschaft möglich ist.
Ausgehend von dieser Arbeit hat Johann Kuttner als Mitglied der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Natur eine Präsentation mit Erläuterungen erstellt, wie die Situation in Deutschland aussieht und was getan werden müsste, um dieses Ziel zu erreichen.

Masterarbeit zum Thema "Planetare Grenzen auf regionaler Ebene"

Das Konzept der Planetaren Grenzen will zeigen, in wie weit wir mit unserem Wirtschaften die Grenzen der Tragfähigkeit der Erde überschritten haben, bzw. ob es noch Spielraum für weiteres Wachstum gibt. Diese Grenzen sind derzeit aber für die regionale oder kommunale Planung nicht fassbar und können daher auch nicht als Planungsgrundlage dienen.
Die von der Arbeitsgrupep Gewerbe angeregte Ausschreibung durch Prof.Dr.Scholten war erfolgreich: Eine Studentin aus Freiburg hat sich des Themas angenommen Erste Gespräche zur Durchführung haben schon stattgefunden.
Die Masterarbeit soll eine mögliche Herangehensweise ermitteln, ob und wie die Planetaren Grenzen auf regionaler Ebene ermittelt und damit zu einem Planungsinstrument für Kommunen und Betriebe werden können.

Bericht von der Veranstaltung mit Prof Willfried Nobel und Eckart Wizemann:

Am 29. November fand der Vortrag mit Diskussion zum Thema "Böden besser schützen - weniger Flächen verbrauchen" mit Prof. Willfried Nobel und Biolandwirt Eckart Wizemann statt.

Der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg ist hoch - zu hoch. Die Siedlungsentwicklung berücksichtigt zu wenig die natürlichen Grundlagen (bis Grenzen) - insbesondere die hohe Qualität der Agrarböden.

Prof. Willfried Nobel zeigte, dass auch in Tübingen viele Bauvorhaben auf Böden der "Vorrangstufe I" geplant sind - den Böden mit der höchsten landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (siehe die Vortragsfolien). Über diese Böden heißt es in der Flurbilanz der Landwirtschaftsverwaltung:

"Umwidmungen, z. B. als Bauland, Verkehrsflächen, naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen u. a. m., müssen ausgeschlossen bleiben".
Allerdings ist dies keine rechtlich wirksame Vorgabe!

Willfied Nobel zeigte auch, dass die Umnutzungen durch Bautätigkeit gerade auch im Landkreis Tübingen und auf Tübinger Markung speziell zu Lasten der landwirtschaftlichen Flächen gehen. Wir verlieren damit immer mehr unserer Lebensgrundlagen, sowohl, was die Ernährung anbetrifft, als auch bezüglich der ökologischen Leistungen. Insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe ist dies ein Problem, da sie unterhalb einer bestimmten Flächengröße nicht mehr wirtschaftlich sind. Eine Aufgabe kleinerer Betriebe jedoch führt, wie Eckart Wizemann anschaulich darstellte, zu weiterer Konzentration und damit zur Intensivierung der Bewirtschaftung mit allen negativen Folgen für die Biodiversität.

Damit stellt sich die Frage, in wie weit es noch verantwortbar ist, Böden weiterhin "umzuwidmen" und sie so ihrer Funktion als Produktionsfläche und Lebensraum zu berauben.

Lesen Sie hier mehr!

Bericht vom Diskurs mit OB Palmer

Über 100 Interessierte aller Alterstruppen kamen zu unserer Veranstaltung mit OB Boris Palmer über seine "10 Punkte für ein Klimaneutrales Tübingen 2030".
Im Gegensatz zu OB Palmer, für den sich "Klimaneutralität" in der Umstellung der Tübinger Energieversorgung und Mobilität auf erneuerbare Energien erschöpft, wollen wir im Bürgerprojekt auch den privaten Konsumvon Gütern, die von ausserhalb Tübingens stammen, private Gebäudeheizung mit "importierten" Energieträgern, Stromverbrauch für Cloudcomputing etc. berücksichtigt wissen. Hierzu ist ein ganzheitlicher perspekltivischer Ansatz notwendig, der auch die fundamentalen Lebensgrundlagen wie Wasser und Boden einbezieht.

Lesen sie hier unser Berichtsprotokoll von der Veranstaltung

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